Little Mainhatten

Am Jahresende zog mich das berühmtberüchtigte ABBA-Musical Mamma Mia in DIE Metropole Hessens schlechthin und ich war überrascht, wie viel Gefallen ich an der Stadt voller Wolkenkratzer fand. Kommen wir aber zuerst zum eigentlichen Grund meines Besuchs.

Ich bin seit einigen Jahren bekennender ABBA-Fan. Nicht nur, weil die Musik einfach Kult ist, sondern ein beträchtlicher Bestandteil meiner Kindheit war. Bei uns lief ABBA praktisch rauf und runter. Sei es zu runden Geburtstagen, an denen sich die gesamte Familie in das kleine Wohnzimmer quetschte oder zu den berüchtigten Rommee-Abenden meiner Eltern mit ihren Freunden. Seit ich Musicals für mich entdeckt habe, stand es also immer fest, dass ich Mamma Mia sehen möchte. Kurz vor Silvester war es also soweit und ich betrat die prächtige Oper in Frankfurt am Main. Was für ein Schauspiel bot schon der Platz vor dem herschaftlichen Gebäude, vor dessen Eingangspforte links und rechts zwei leuchtende Weihnachtsbäume standen! Beim Einlass mussten wir kurz warten, da sich die Leute zwischen den engen Eingängen drängten. Endlich im warmen Inneren, ging es für uns  Stockwerke nach oben, wo ich unbedingt noch einmal für kleine Reisende musste. Leider war die Schlange vor den Damentoiletten so lang, dass ich mir hinterher leider nicht wie erhofft noch einen Happen zu essen holen konnte :(


Das Musical beginnt genau wie der Film mit einer Szene am Wasser und dem Lied "I have a dream" Obwohl ich befürchtet habe, dass es mich stören könnte, dass die Lieder alle auf Deutsch sind, war ich positiv von den guten Übersetzungen überrascht, obwohl ich akkustisch nicht immer alles verstehen konnte, was entweder an der Aussprach der Darsteller hätte liegen können wie auch daran, dass wir ziemlich weit weg von der Bühne gesessen haben. Das Stück war wie zu erwarten aber sehr mitreißend. Die Kostüme waren natürlich überladen mit Glitzer, Farbe und Schlag - wie es sich für die "ABBA-Zeit" einfach gehört.


Mein Fazit: wer den Film liebt, wird auch das Musical lieben und andersherum. Tatsächlich war die Umsetzung fast Eins zu Eins, sodass mich zwar keine Szene großartig überraschen konnte, die Story an sich aber rund und vollständig war. Da das Musical vor dem Film kam, spricht es für den Film, dass dieser sich so gut in seiner Umsetzung ans Original schmiegt! Beides ist absolut sehenswert!

Nach der Aufführung gingen wir noch etwas durch die Innenstadt Frankfurts spazieren, vorbei an teuren Geschäften wie Prada und Rolex. Allerdings war der Abend viel zu nass und zu kalt (und ich viel zu hungrig), um länger durch den Nebel zu waten, sodass wir es uns bei einem Italiener in der Nähe unseres Hotels gemütlich machten, ehe wir den Rückweg antraten. Wir übernachteten im PremierInn, nahe der Messe. Ein super schönes Hotel mit Poesie an den Wänden und viel Hauch von Lila. Am besten gefiel mir die Lounge/der Frühstücksraum, der mit den Tapeten im Bücherschrank-Look an ein gemütliches Wohnzimmer erinnerte. Dort genehmigten wir uns vor dem Schlafengehen auch noch einen kleinen Absacker.


Nach dem Frühstück am nächsten Morgen checkten wir aus und begaben uns auf den Weg zur Haltestelle für die Stadtrundfahrt, wo gleich ein großes Manko auffiel: weder im Internet noch an der Haltestelle ist ersichtlich, wann die Busse an welcher Haltestelle stoppten, sodass wir Auf-Gut-Glück eine gute halbe Stunde in der Kälte bibbernd auf den Bus warteten und dann in den erstbesten einstiegen. Die Stadtrundfahrt an sich war aber phänomenal. Da einige Straßen aufgrund des anstehenden Silvesterevents gesperrt waren, unterbrach der Fahrer das Band und improvisierte. Trotz seiner spärlichen Deutsch-Kenntnisse machte er seine Sache einfach super und sorgte mit seinem Charme für den ein oder anderen Lacher. Unseren Frankfurt-Besuch rundeten wir mit einem letzten Spaziergang am Mainufer ab, von wo aus wir die herrliche Skyline bewunderten. Ich ziehe ein Pünktchen für den fehlenden Fahrplan und die fehlenden Damentoiletten in der Oper ab. Sonst bekommt die Stadt von mir aber tolle 4 von 5 Weltkugeln!

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