Städtereise London

Ankunft mit Hindernissen

Wir nahmen den Ryan-Air-Flieger vom Berliner Flughafen Schönefeld nach Standset. Von dort konnte man ganz bequem bereits kurz hinter dem Gate für ca 15 Pfund ein Shuttle in die City buchen. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde.
Leider gab es bereits beim Einchecken in unser Travellodge-Hotel Probleme. Da nirgendwo eine checkin-Zeit stand, fragten wir an der Rezeption nach. Uns wurde gesagt, wir müssten noch eine halbe Stunde warten oder sollen 10 Pfund bezahlen, dann könnten wir sofort ins Zimmer. Das war das Erste, was mir komisch vorkam. Natürlich entschieden wir uns zu warten und setzten uns in die doch sehr bunte und gemütliche Lobby und bestellten uns heiße Getränke (draußen goss es zu dem Zeitpunkt wie aus Kübeln). Nach einer halben Stunde gingen wir zur Rezeption und fragten nach dem Schlüssel. Nun vertröstete uns eine andere Dame um noch einmal eine Stunde. Leicht gereizt verwies ich auf die Aussage der ersten Dame. Da hieß es plötzlich wir sollen nur eine halbe Stunde warten. Ich denke, das war die Strafe, dass wir die 10 Pfund nicht bezahlt haben. Lange Rede, kurzer Sinn - nach noch einmal zwanzig Minuten bekamen wir von einer der weniger freundlichen Angestellten endlich den Schlüssel und brachten das Gepäck aufs Zimmer. Dieses war klein, aber zweckmäßig, schließlich geht man in einer solchen Stadt nur zum Schlafen ins Hotel.
 

London Bridge & Borough Market

Nachdem wir die Koffer verstaut hatten, stürzten wir uns in den Regen und hasteten zur U-Bahn-Station, wo wir den nächsten Schock bei den saftigen Preisen erlebten. Wir quetschten uns also in eine zum bersten gefüllte Tube und machten uns auf in Richtung Borough Market. Lange hielten wir uns hier nicht auf, da es ein Markt war wie man ihn hier auch in Leipzig und jeder deutschen Großstadt findet. Nichts im Vergleich zu dem Frischemarkt in Cork.
Auch die London Bridge konnte mich nicht begeistern. Es ist halt eine normale Brücke. Nach einem kleinen Spaziergang zu Westminster Abbey, die wir vorerst nur von außen ansahen, kämpften wir uns durch die Brexit-Demo am Parlament und gingen zurück zum Hotel, da wir von der Reise kaputt waren. Wenn ihr angst habt, dass ich die ganze Zeit nur meckern werde, seid unbesorgt und lest den nächsten Artikel ;) Hier gibt es Schwärmen im Überfluss

Warner Bros. Harry Potter Studios

Nach dem Frühstück gings am nächsten Tag mit der Tube nach Kings Cross, wo endlich die erwartete Begeisterung über mir zusammenschwappte. Das ist etwas für wahre Harry Potter Fans. Das rote Bahnhofsgebäude ist der Wahnsinn! Innen befindet sich ein halb in die Wand eingelassener Koffer nahe Gleis 9 und 10, wo man sich auf seinem Weg nach Hogwarts fotografieren lassen kann. Dazu ein Souveniershop mit allem, was das magische Herz begehrt. Eingefleischte Potterheads wissen, dass im Film das Innere des Bahnhofs nicht der richtige KingsCross Bahnhof ist, sondern das gebäude nebenan. Also mussten wir auch hier hinein. An den Gleisen kam mir richtiges Magical Feeling. Genauso sieht es in den Filmen aus! Zwischen beiden Bahnhofsgebäuden liegt die Haltestelle des Buses zu den Studios. Dieser war nicht schwer zu erkennen. Ein lila Doppeldecker im Harry Potter Style. Glücklich stieg ich ein und ließ mich vor einem der Monitore nieder, wo die Fahrt über der zweite Film lief (leider mit technischen Problemen, sodass die Verbindung in der Hälfte der zwei Stündigen Fahrt abbriss).
Das Studiogebäude ist der Hammer. Vor ihm finden sich schon die ersten Film-Reliquien aus Harry Potter und der Stein der Weisen - die Schachfiguren von Rons siegreicher Partie.
Drinnen gehts nach Taschen-und Bodyscan spektakulär weiter. Eine riesige Leinwand zieht sich durch das Foyer, auf welcher nicht nur Harry, Hermine und Ron, sondern auch die Todesser-Seite abgebildet ist. Der Hintergrund ist beweglich, das Wetter ändert sich, Dementoren erscheinen und man hört sogar wie Harrys Stimme einen patronus beschwört, der diese verscheucht. Dies alles wird begleitet von der allgegenwärtigen typischen Harry Potter Musik wie dem Hedwig Theme oder dem Lied, das zum Weihnachtsball im 4. Film gespielt wird.
Einlass zu den Studios wird gruppenweise halbstündlich gewährt, damit es nicht zu überfüllt wird. In den ersten zwei Räumen ist es so eng, dass man dicht an dicht steht. Danach folgt ein Kinosaal, wo man von Harry, Ron und Hermine in Empfang genommen wird. Wenn Harry durch die Tür zur Großen Halle geht, wird die Leinwand hochgefahren und eben diese Tür erscheint live und in Farbe vor euch. Mein erstes riesiges London-Highlight! Durch diese Tür zu treten war für mich als wäre ich in einen meiner sehnlichsten Kindheitsträume gefallen. Bis auf die verzauberte Decke ist alles genau wie in den Filmen! Weiter gehts mit verschiedenen kleinen Sets, Kostümen etc. Ihr könnt hier in ein paar Stunden ganz Hogwarts entdecken. Am tollsten fand ich das zerstörte Gringotts, indem vor unseren Augen mittels 3D Leinwand ein Drache erschien, von dem man wirklich dachte, dass er auf einen zugerannt kommt. Sehr echt und aufwendig gestaltet. Natürlich könnt ihr vor Ende noch ein Butterbier kosten, ehe ihr eure Ersparnisse im Souvenir-Shop lasst ;)
Dieser Tag war für mich magisch und ich werde es nie bereuen, auch wenn der Eintritt sehr überteuert ist. Ich hoffe, meine Fotos geben euch einen guten Einblick in diese magische Kulissen-Welt.

Power Sightseeing :)

Für Tag 3 und 4 besorgten wir uns den London-Pass, was in einer Stadt mit so überteuerten Sehenswürdigkeiten mehr als empfehlenswert ist. Insgesamt sparten wir so aufgrund guter Plaung ca. 100 Euro pro Kopf!!!
Zuerst erkundeten wir St. Pauls Cathedral und Westminster Abbey. Dazu habe ich nicht viel zu sagen. Es sind eben zwei große Kirchen. Ich bin da von Irland zu verwöhnt, wo ich bei weitem besseres gesehen habe. Als evangelische Christin bin ich ohnehin nicht für all den Prunk, da das für mich nichts mit wahrem Glauben zu tun hat.
Tower und Tower Bridge haben mir dagegen viel besser gefallen. Zwar haben wir in ersterem nicht alles erkundet (dafür allein hätte man die fünf Tage unseres Aufenthaltes nutzen können), aber die Eindrücke waren sehr schön und für mich persönlich war dies der Teil von London, der genauso war, wie ich ihn mir immer vorgestellt habe.
Den nächsten Tag starteten wir mit der Stadtrundfahrt, wo man noch einmal tolle Fotos von den wichtigstens Sehenswürdigkeiten machen kann.
Danach gings zu Madame Tussauds, was leider nicht im Londonpass enthalten ist und mit 35 Pfund ganz schön zu Buche schlägt. Wenn man sich nicht anstellen will, darf man 50 Pfund hinblättern und erhält "Fast Entry", was wir nicht taten. Mir scheint, in London muss man für Zeit überall zahlen. Beim Einlass ging es ziemlich unkoordiniert zu und meiner Meinung nach werden zu viele Menschen zur selben Zeit reingelassen, man konnte kaum noch treten. Abgesehen davon ist der Besuch des weltberühmten Wachsfigurenkabinetts absolut empfehlenswert und ein Muss für jeden London-Besuch! Neben Stars wie Johnny Depp, Leonardo Di Caprio und Emma Watson trafen wir dort drinnen noch auf die Royals und einige berühmte Sportler. Teil der Attraktion ist auch ein Fahrgeschäft, welches einen durch ein sehr glaubhaftes Mittelalter lotst. Am Ende wartet noch ein 4D-Kino-Erlebnis mit einigen Marvelhelden. Plant für einen Besuch mit Anstehen 3-4 Stunden ein!
Mein Highlight des Tages war die Aussicht von der Plattform von "The Shard" Wir suchten uns die Dämmerung aus, sodass sich bald ein strahlendes Lichtermeer unter uns ausbreitete. Ein krönender Abschluss.
Am nächsten Tag machten wir noch einen Abstecher zum Buckingham Palace, wo wir uns die Wachablösung ansahen (fand ich jetzt nicht so spektakulär, dass man deshalb stundenlang dafür warten müsste) und besuchten Speakers Corner im Hyde Park. Danach gings wieder Richtung Heimat und trotz aller schönen Aussichten, war ich froh darum. So eine Metropole ist schon etwas anderes als jede andere Großstadt. Ich fand die Menschenmassen und die unfreundliche Attitüde der Londoner sehr anstrengend. Dennoch finde ich, dass man diese Erfahrung einmal machen sollte und wie überall gilt auch für diese Stadt: es ist Geschmackssache ;)