Städteausflug nach München


Am besten gefallen hat mir der Spaziergang durch den Olympiapark, vorallem, da wir ein solch bombiges Wetter hatten und die Bäume in voller rosa Blüte standen. Was für eine Kulisse für eine Liebesroman-Autorin! Menschen über Menschen tummelten sich am See, während wir uns auf den Weg hoch in den Olympiaturm hatten, wo uns bald das ganze rosa Blütenmeer zu Füßen lag. Dies war mein Highlight der Stadt. Der Englische Garten ist sehr groß, war aber natürlich restlos überfüllt. Zweifelsohne ist München eine schöne und aufregende Stadt für alle Cosmopolitans, Modeliebhaber und It-Girls. Mir war das alles etwas ZU luveriös und aufgesetzt. Sicher gibt es auch andere Städte, in denen sich ein Luxusgeschäft wie Prada, Dior etc ans andere reiht, aber das war auch nicht der einzgie Grund, warum der Funken bei mir nicht ganz übergesprungen ist.


Der eigentliche Grund für einen Besuch Bayerns Hauptstadt war auch weniger Sightseeing als der Besuch des Musicals über den heißesten Lehrer seit es Gesamtschulen gibt - Fack Ju Göhte ;)

Ich habe mir lange im Vorfeld überlegt, wie man es schaffen soll, diesen Film in ein anständiges Musical zu kleiden und welche Musik dafür gewählt wird. Wirkt das ganze nicht etwas aufgesetzt und erzwungen? Können Musicaldarsteller wirklich den gleichen Charme rüberbringen wie die Originale? Und verdammt: Muss man wirklich aus allem immer ein Musical machen??? Nun, die ersten der beiden Fragen kann ich klar mit Ja beantworten. Bei der letzten bin ich mir zwar noch nicht ganz so sicher, jedoch eines weiß ich genau: dieses Musical hätte ich nicht verpassen wollen!

Das Musical wurde in der Halle des Werk 7 aufgeführt. Schon bei Betreten dieser links-anmutenden Gegend war ich hellauf begeistert. Riesige mit Graffiti besprühte Container schrien schon nach Jugend und Straße. Sie beherbergten zumeist kleine, alternative Cafés. In einem davon ließen wir uns auf dem Außensitz nieder und warteten - während wir zusahen wie die Sonne unterging - auf den Beginn des Musicals.

Ersteinmal etwas vom Inhalt für all die traurigen Seelen da draußen, welche die Filme (noch) nicht kennen ;)

Es geht um den frisch entlassenen Ex-Häftling Zeki Müller, der auf der Jagd nach seiner Beute ist, die irgendein Idiot unter der Turnhalleo der Goethe-Gesamtschule vergraben hat. Nun bleibt ihm keine andere Wahl, sich als Vertretungslehrer auszugeben, um nachts heimlich nach der Beute graben zu können. Eine Herausforderung für alle Beteiligten. Zeki nutzt sehr drastische und unorthodoxe pädagogische Maßnahmen, um die widerspenstigen Schüler unter Kontrolle zu bringen. Diese Methoden missfallen der überkorrekten Lehrerin Lisi Schnabelstedt. Gleichzeitig findet sie aber auch Gefallen am rauen Charme des neuen Kollegen. Die Geschichte eines sehr ungleichen Paares auf den Weg zum gemeinsamen Glück, mal etwas anders aufbereitet.

Zur Umsetzung: die Halle, in welcher das Musical spielte war nicht besonders groß und erinnerte mich - nicht nur wegen des Bühnenbilds - sofort an eine Turnhalle. Die Atmosphäre war viel legerer als man es sonst von Musicals kennt. Ich würde nicht empfehlen, dort im Abendkleid zu erscheinen ;) Die Akteure schufen mit wenig Bühnenbild eine riesige Bühnenpräsenz. Mit der Bedienung kleinster verfügbarer Mittel, tauchte man glaubhaft in die Welt der Kids ein. Die Showeinlagen waren spektakulär wie bei Aladdin in Hamburg. Die Schauspieler brauchten keine Glitzereffekte oder aufwendige Kulissen, um einen komplett abzuholen. Der Mann, der Zeki Müller spielte, kam den Original beeindruckend nahe, ebenso verhielt es sich mit Elisabeth Schnabelsteth und Chantal. Natürlich waren auch alle anderen super. Eingeleitet wurde das Musical mit einem tollen Rap von Zeki. Alles in allem waren Musik, Aktuere, Tanzeinlagen und Story einfach überzeugend!


Comments: 1
  • #1

    Tina (Tuesday, 19 February 2019 19:09)

    Wie schade, dass dir unser schönes München nicht gefallen hat. Ich glaube, du warst an den falschen Orten. Wenn du das nächste Mal vorbei schaust sag uns Bescheid, wir stehen mit Rat und Tat zur Seite.
    Allein ein Kaffee am Odeonsplatz ist schon Urlaub pur.